Aare Forum

Das Ende einer Erfolgsgeschichte als Übergang

Das 14. Aare Forum der Solodaris Stiftung war zugleich auch das letzte

Mit der 14. Austragung des Aare Forums im Stadttheater Olten, ging am 10. September 2021 eine Solodaris-Erfolgsgeschichte zu Ende. Wegen der ausbrechenden Corona-Pandemie musste der Anlass im Jahr 2020 kurzfristig abgesagt werden. Auch das Forum im Frühjahr 2021 wurde ein Opfer des Virus. Schliesslich hat es aber doch noch geklappt und unter dem Leitthema «Übergänge von Last bis Lust. Wie berufliche, soziale und persönliche Veränderung gemeistert werden.» konnte das Aare Forum einen erfolgreichen Abschluss finden.

Über 100 Besucherinnen und Besucher kamen in den Genuss von acht Referentinnen und Referenten, die den Anwesenden ihre Überlegungen und Erfahrungen zum Thema «Übergänge» auf ebenso informative wie unterhaltsame Art und Weise näher brachten. Moderatorin Sonja Hasler entlockte in den anschliessenden Interviews allen Referierenden zusätzliche Hintergründe und Meinungen. Weitere Infos finden Sie in der Medienmitteilung im Download-Bereich (rechts), ebenso können die Referate dort heruntergeladen werden.

Das Aare Forum wird es in dieser Form nicht mehr geben. Aber Solodaris wäre nicht Solodaris, wenn nicht bereits eine neue Idee existieren würde. Im Jahr 2022 soll eine Veranstaltungsreihe unter dem Namen «SolodarisTage» lanciert werden. Die Planung dazu ist in vollem Gange. Man darf gespannt sein.

Zum ProGRamm:

ÜBERGÄNGE VON LAST BIS LUST

Wie berufliche, soziale und persönliche Veränderungen gemeistert werden.

Übergänge begleiten uns Menschen während dem gesamten Leben. Es sind Entwicklungsschritte, die mal mit viel positiver Energie angegangen oder dann als schier erdrückende Belastung empfunden werden. Unter dem Titel "Übergänge von Last bis Lust – wie berufliche, soziale und persönliche Veränderungen gemeistert werden" widmet sich das 14. Aare Forum der Solodaris Stiftung am Freitag, 23. April 2021, in Olten diesem Thema.
Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zeigen auf, wie der Wechsel vom einen Lebenszyklus zum nächsten gemeistert werden kann. Sie beleuchten Übergänge im Berufsleben, soziale Übergänge, die altersbedingte Einordnung in eine neue Gesellschaftsgruppe sowie sehr persönliche Übergänge bis hin zur Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit. Auch der Übergang von Menschen mit einer Beeinträchtigung in unserer Gesellschaft soll diskutiert werden.
Basierend auf viel Erfahrung und praxisbezogenem Know-how vermitteln die Referentinnen und Referenten Anregungen und Lösungsansätze, die den Teilnehmenden sowohl im beruflichen Alltag wie im privaten Leben helfen können, mit Veränderungen umzugehen und diese unter Umständen als notwendige Entwicklungsschritte in die eigene Biografie zu integrieren.
Einmal mehr bietet die Charity-Veranstaltung Aare Forum im Stadttheater Olten eine gute Gelegenheit, sich während eines ganzen Tages mit einem besonderen Thema zu befassen, das alle irgendeinmal betrifft – dies zum Preis einer moderaten Tagespauschale, von welcher der Erlös einem Projekt der Solodaris Stiftung zugutekommt.

UnSERE Referentinnen und Referenten

Franz Liechti-Genge

Ausbildung, Supervision und Coaching sowie Lebensberatung sind Bereiche, die seit 15 Jahren zur Leitungs- und Lehrtätigkeit von Franz Liechti-Genge am Eric Berne Institut für angewandte Transaktionsanalyse gehören. Zum Auftakt des Aare Forums vermittelt der reformierte Theologe eine allgemeine Einführung ins Thema. Er zeigt uns die Bedeutung und Wichtigkeit vom bewussten Umgang mit Übergängen und den damit verbundenen Ritualen auf.

Ariella Kaeslin

Vor zehn Jahren war sie Europameisterin und WM-Zweite im Pferdsprung – Ariella Kaeslin war zu jener Zeit die erfolgreichste Schweizer Kunstturnerin. Bis sie 2011 wegen einer Erschöpfungsdepression ihren Rücktritt gab und in ein tiefes Loch fiel. "Vom Sport zurückzutreten ist wie arbeitslos zu werden oder sich pensionieren zu lassen", umschrieb sie mal diesen Schritt. Am Aare Forum berichtet die 32-jährige Luzernerin, die im Sommer 2018 den Bachelor in Sportwissenschaften und Psychologie erworben hat, wie sie diese Krise erlebt und sich wieder ins Leben zurückgekämpft hat.

Kappeler 3

Zu den wichtigsten Übergängen im Leben gehört die Pensionierung. Beat Kappeler hat diesen Schritt mit seinen 75 Jahren zwar schon vor längerem vollzogen, aber in geruhsamer Rente ist er trotzdem nicht. Als Pendler zwischen Hochschule und Medien, Gewerkschaft und Wirtschaftspolitik verfolgt der ehemalige ausserordentliche Professor für Sozialpolitik an der Uni Lausanne das Geschehen und äussert sich nach wie vor kritisch in Kolumnen und mit Referaten. Unter dem Titel «Alles ändert sich – Jung und Alt – nur das Rentensystem nicht?» beleuchtet Kappeler die Schwächen und Schwierigkeiten der heutigen Struktur mit AHV und Pensionskasse und plädiert für neue Solidaritäten.

Caroline Hess Klein2Ricco Bonfranchi2

Ist die Inklusion von Menschen mit einer kognitiven Behinderung in jedem Falle ein Recht und eine Pflicht? Oder gibt es bei der Gleichstellung auch Zwischentöne, und gibt es in diesem Bereich sogar unüberwindbare Übergänge? In einem Streitgespräch widmen sich der Sonderpädagoge Ricco Bonfranchi und die Juristin Caroline Hess-Klein diesem Thema. 

"Ich setze mich dafür ein, dass unsere Welt für Menschen mit Behinderung zugänglicher wird", sagt Caroline Hess-Klein. Seit nahezu 20 Jahren beschäftigt sie sich mit der Diskriminierung von Behinderten und deren Gleichstellung. Sie hat zu diesem Thema promoviert und seit 2015 leitet die 46-Jährige die Abteilung Gleichstellung der Dachorganisation Inclusion Handicap, wo sie an vorderster Front für die Inklusion kämpft.

Ricco Bonfranchi hat sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema Integration und Behinderung auseinandergesetzt: In seiner Doktorarbeit zur Integration, als Sonderschullehrer, als Leiter zweier Heilpädagogischer Schulen, als Fachlehrer für Psychologie, Sonderpädagogik und Heilpädagogische Soziologie sowie seit 2010 als freischaffender Dozent, Coach und Supervisor. Gerade in der Bildung stellt Bonfranchi den Sinn einer bedingungslosen Inklusion von Menschen in Frage, die als psychisch, geistig oder lernbehindert gelten oder als verhaltensauffällig wahrgenommen werden.

Peter Jakob

"Man muss sähen, damit man ernten kann", sagt Peter Jakob, Mitinhaber der Schreinerei Glaeser Mümliswil AG. Als Ausbildungsverantwortlicher seines Betriebs hat er in den vergangenen 30 Jahren zahlreiche junge Menschen im Veränderungsprozess zwischen Schulbank und Berufsleben eng begleitet. Vormachen und vorleben, beobachten und coachen, auf die jeweilige individuelle Situation eingehen und gemeinsam Lösungen erarbeiten – Jakob misst all diesen Punkten eine hohe Bedeutung bei. Dass die Glaeser Mümliswil AG als Ausbildungsbetrieb des Jahres 2019 im Kanton Solothurn ausgezeichnet wurde, ist mit ein Grund, weshalb Peter Jakob am Aare Forum über die Übergänge in dieser Lebensphase sprechen wird.

Roland Kunz

Roland Kunz ist überzeugt, dass wir alle eine Verpflichtung haben, uns mit dem eigenen Ende zu befassen, dem Übergang vom Leben in den Tod. Der 65-jährige ist Leiter des Zentrums für Palliativ Care am Zürcher Waidspital. Seine Aufgabe ist es, das Sterben seiner Patientinnen und Patienten so angenehm wie möglich zu machen. Er lindert ihre Schmerzen und bespricht mit ihnen, wie sie sterben möchten. Im Wissen darum, wie er sagt, dass man den Zeitpunkt, wenn das Sterben beginne, nicht allein an medizinischen Fakten festmachen könne.
Rund zweitausend Menschen hat er in seiner beruflichen Tätigkeit in den Tod begleitet. Roland Kunz wird am Aare Forum über seine Erfahrungen sprechen und erklären, weshalb er für ein selbstbestimmtes Sterben plädiert und weshalb er Verständnis dafür hat, dass viele Menschen mit der Planung des eigenen Todes überfordert sind.

Michel Gammenthaler

Begonnen hatte er mit klassischer Zauberei, die er zunehmend mit der Schauspielerei kombinierte, nun kennt man ihn vor allem als Stand-Up-Comedian: Michel Gammenthalers Bühnen-Karriere scheint ein einziger Übergang von der einen Sparte zur anderen. Der wiederkehrende Wechsel zu einem neuen Programm – einige Wochen vor dem Aare Forum präsentiert er sein siebtes mit dem Titel "BLöFF" – wie auch der Schritt vom Familienvater in eine neue Partnerschaft sind weitere Übergänge, über die er zum Abschluss des Aare Forums Red und Antwort stehen wird. Selbstverständlich zeigt Gammenthaler zuvor einige Kostproben seines Könnens – als heitere und verblüffende Übergänge zwischen den Referaten.

Das 14. Aare Forum verspricht einmal mehr einen interessanten und abwechslungsreichen Tag, von dem man nicht nur viele Anregungen und Inputs mitnehmen kann, sondern mit der Teilnahme auch Projekte der Solodaris Stiftung unterstützt.

Sponsoren

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